Freitag, 18. April 2014

Mainstream-Medien fordern schärfere Sanktionen gegen Russland




Medien fordern schärfere Sanktionen
gegen Russland


Am Donnerstag, den 17. April diesen Jahres forderte eine große deutsche Zeitung scharfe Wirtschaftssanktionen gegen Russland -- und folgt damit der „Einheitsberichterstattung" von Politik und Medien. Das Ganze verpackt in einem Kommentar mit dem Titel: "Völkerrecht geht vor Profit". Anlass dieser Forderung: Bewaffneten Separatisten hatten in der Ost-Ukraine Regierungsgebäude besetzt und es gäbe Beweise, dass Moskau dies unterstützt habe. Für Sanktionen gegen Russland wäre nun die Stunde der Wahrheit gekommen. Der Westen müsse seinen Worte Taten folgen lassen. 

Und auch die deutsche Wirtschaft müsse einsehen, dass Putin die friedenspolitische Rendite verspielt habe. Die Bundesregierung hätte sinngemäß zum Ausdruck gebracht (Zitat): „Wenn Russland nach der Annexion der Krim keine Ruhe gibt, wird die EU Wirtschaftssanktionen verhängen." Zitat Ende. Ergänzend wird dann noch erklärt, dass absehbar sei, dass Sanktionen Moskau nicht postwendend in die Knie zwingen würden. Der russische Staatshaushalt würde jedoch ohne die Gasgeschäfte mit Westeuropa rasch in Schieflage geraten.

Diesen Aussagen wollen wir einige Fakten gegenüberstellen:

• Fakt ist: Die Vereinigten Staaten haben den Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung finanziell und mit Waffengewalt unterstützt und dem Land eine bis auf den heutigen Tag nicht legitimierte Regierung beschert. Kaum im Amt sorgte diese z.B. dafür, dass die Goldreserven des Landes in die USA geflogen wurden. Anstatt die USA für diesen völkerrechtswidrigen Eingriff an den Pranger zu stellen, unterstellt die Zeitung, dass ausgerechnet Putin die friedenspolitische Rendite verspielt habe.

• Denn Fakt ist: Die Bewohner der Krim hatten im März von ihrem Völkerrecht auf Selbstbestimmung Gebrauch gemacht und sich in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für eine Unabhängigkeit von der Ukraine entschieden. Politik und Medien untergraben jedoch den klar artikulierten Willen des Volkes und nennen es: „Annexion der Krim durch Russland.

• Fakt ist weiterhin: Allein Deutschland bezieht ca. 40% seines Öl- und Gasbedarfs aus Russland. Russland wiederum weist mit einer Staatsverschuldung von kaum mehr als 10% einen gesunden Staatshaushalt aus, der seines gleichen sucht, wenn man ihn mit den Ländern der EU vergleicht. Da stellt sich die Frage, wer wohl länger durchhalten wird: Russland, ohne die faktisch wertlosen Dollar aus den Öl- und Gaslieferungen an Europa oder Europa ohne Öl und Gas aus Russland?

Zusammenhänge zu verdrehen, wertvolle Informationen vorzuenthalten und verleumderische Gerüchte in die Welt zu setzen ist eine Sache -- und die Massenmedien beherrschen diese Kunst wie kaum etwas anderes. Eine andere Sache ist es jedoch, wenn sie sich nun auch noch zur Stimme des Volkes erheben und -- allen Gegenstimmen aus der Wirtschaft zum Trotz -- die Bundesregierung auffordern, scharfe Sanktionen gegen Russland zu verhängen. 

Wir empfehlen Ihnen dazu das Interview mit der Journalistin Gabriele Krone-Schmalz, welches der NDR am 16.4.2014 sendete. Darin wird die Einseitigkeit in der Berichterstattung der Mainstream-Medien diskutiert (der Link dazu folgt am Ende der Sendung). Dass immer größere Teile der Bevölkerung dem „Amerika-gut / Russland-böse" Bild der Medien nicht mehr folgen, durfte auch schon der Tagesspiegel lernen. Die Frage: „Wie soll der Westen auf Russland reagieren?" beantworteten 83% seiner Leser mit: „Die Kritik des Westens ist heuchlerisch, Russland verteidigt legitime Interessen." Ein deutliches Signal aus dem Volk, das Anlass zur Hoffnung gibt.


Quellen/Links: 
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft... 
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen...


Hier das wirklich aussagekräftige Interview mit Gabriele Krone-Schmalz